Albert Einstein (1879-1955) gilt bis heute mit seiner Relativitätstheorie als bedeutendster Physiker der Welt. 1921 erhielt er den Nobelpreis. Joachim Fernau nennt ihn als letztes großes Genie der Deutschen und begründet das wie folgt:

„Der 29. März 1919 wird ein Tag, der in das goldene Buch der Wissenschaften eingeht. Er bringt Einstein den größten Triumph seines Lebens! An diesem Tage findet an zwei Stellen auf der Erde eine totale Sonnenfinsternis statt. An beiden Orten, unabhängig voneinander, nehmen die Engländer eine Messung vor, die beweisen oder widerlegen soll, daß das Licht beim Passieren eines Gravitationsfeldes, also zum Beispiel in der Nähe eines riesigen Körpers, wie der Sonne, sich selbst wie Masse verhält und abgelenkt wird. Einstein hat für die Sonne eine Ablenkungskraft von 1,75 Bogensekunden berechnet.

Dies ist einer der fundamentalen Sätze der allgemeinen Relativitätstheorie. Sie schlägt allen Erfahrungen und allen Vorstellungen ins Gesicht. Die Wissenschaftler auf der ganzen Welt und mit ihnen Millionen interessierter, gebildeter Menschen warten auf das Ergebnis. Die Engländer werden versuchen, mit untrüglichen Instrumenten Sterne zu sichten, die nach den klassischen physikalischen Gesetzen auf keinen Fall gesichtet werden dürften, weil ihr tatsächlicher Standort hinter der Sonne ist. Wenn Einstein recht hat, müssen sie zu sehen sein. Das Ereignis läuft ab. Hinter verschlossenen Türen nimmt die englische Akademie den Bericht und die Photographien der Expeditionen entgegen. Dann öffnen sich die Türen: Die Sterne sind gesichtet! Die Lichtabweichung beträgt 1,64 Bogensekunden! Newton ist entthront!“