Philipp Melanchthon (1497-1560) war neben Martin Luther die prägende Figur der deutschen Reformation. Während Luther mit seinem Charisma beeindruckte, war Melanchthon der Systematiker. Darüber hinaus ging Melanchthon als Praeceptor Germaniae („Lehrer Deutschlands“) in die Geschichte ein. Die von ihm angeschobenen Bildungsreformen prägten Deutschland bis in das 19. Jahrhundert maßgeblich. Er war an rund 50 Schulgründungen beteiligt. Insbesondere war er am Aufbau des späteren, humanistischen Gymnasiums mit dem Fokus auf alte Sprachen wie Latein beteiligt. Zugleich verankerte Melanchthon aber auch die Naturwissenschaften an den Universitäten und forcierte die Verwissenschaftlichung der Medizin.
(Bild: Melanchthon, portraitiert von Lucas Cranach dem Älteren)