Adam Ries (1492-1559) war der „Rechenmeister des deutschen Volkes“. Zum einen führte er arabische Ziffern anstelle der römischen Zahlenschrift ein. Zum anderen verfasste er seine Lehrbücher in deutscher Sprache und nicht mehr auf Latein. Zudem waren seine Übungsaufgaben besonders praxisnah und orientierten sich am Alltag der Menschen. An seiner – mit vereinfachten Annäherungen arbeitenden – Methode zur Berechnung des Volumens eines Fasses orientierte sich später Johannes Kepler, der darauf aufbauend schließlich eine eigene, wissenschaftliche Berechnungsmethode entwickelte, die sogeannte „Keplersche Fassregel“.
Adam Ries lebte und arbeitete vor allem in Erfurt und dem sächsischen Annaberg-Buchholz (Erzgebirge). Dort war er in der Verwaltung des Bergbaus tätig.