Carl Linde (1842-1934), bzw. später Carl von Linde, war Professor an der Technischen Hochschule München und revolutionierte die Kältetechnik. Zunächst waren seine Auftraggeber Brauereien (Carlsberg, Heineken, Guinness). Später sollte seine Erfindung zur Entwicklung von Kühlschränken beitragen. Wie Konstantin Richter in seinem Buch Dreihundert Männer. Aufstieg und Fall der Deutschland AG schildert, handelte es sich in den Anfangsjahren um ein zähes Geschäft. Carl Linde behielt zur finanziellen Sicherheit seine Professur. „Linde´s Eismaschinen“ startete mit einem Raum, einem Mitarbeiter und 200.000 Mark Startkapital.

Nach zehn Jahren im Unternehmen wechselte Linde aus gesundheitlichen Gründen zurück in die Wissenschaft. „In Vorträgen an der Hochschule beginnt er, laut über die Luftverflüssigung nachzudenken, ihm schwebt etwas vor, dass er ‚Sauerstoffmaschine‘ nennt – eine Anlage, die Gase verflüssigt und auf diese Weise Sauerstofff für den Industriegebrauch produziert. In der Kälteversuchsstation gelingt es Linde schließlich, bei Temperaturen von minus 190 Grad Celsius eine blaue Flüssigkeit zu erzeugen, die sich in einen großen Blecheimer ergießt. Schon bald baut der Unternehmer eine neue Fertigungsstätte im Münchner Süden und verkauft die Luft literweise“, führt Richter aus.

Diese Fertigungsstätte ist noch heute der größte Standort des Linde-Konzerns. Linde war bis 2023 im DAX vertreten. Durch den Wegzug aus Deutschland in die USA verlor der DAX damals sein wertvollstes Unternehmen.