Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen (1622-1676) war der bedeutendste deutsche Schriftsteller des 17. Jahrhunderts. Der abenteuerliche Simplicissimus Teutsch (1668) gilt als erster deutscher Roman überhaupt und wichtigstes Prosawerk des Barock. Der Einfaltspinsel „Simplicius“, der noch nicht einmal seinen Namen kennt, vagabundiert im Dreißigjährigen Krieg zwischen Verwüstung und religiöser Sinnsuche. In dem Roman werden Satire, Abenteuer und moralische Lehren vermengt. „Teutsch“ bedeutete damals aufrichtig bzw. offenherzig. Dahinter steckte das Adjektiv theodisk – urgermanisch für: zum Volk gehörend. Der Roman handelt also vom einfachen, gutgläubigen Deutschen, der den Schrecken der Zeit ausgeliefert ist und sein Schicksal kaum selbst bestimmen kann.
Grimmelshausen, der als Bürgermeister und Beamter tätig war, veröffentlichte den Roman unter Pseudonym. Im Dreißigjährigen Krieg wurde er zwangsrekrutiert.