Nicolaus August Otto (1832-1891) baute die Gasmotorenfabrik Deutz auf und erfand den Viertaktmotor, der seitdem „Ottomotor“ genannt wird. In einer Art Haßliebe arbeitete Otto mit Gottlieb Daimler zusammen, der bei Deutz als technischer Direktor die industrielle Serienfertigung der Motoren zu bewerkstelligen hatte. „Otto soll erfinden, Daimler soll umsetzen, aber wenn Daimler umsetzt, redet ihm Otto rein, und wenn Otto erfindet, redet ihm Daimler rein“, schildert Konstantin Richter in seinem Buch Dreihundert Männer. Aufstieg und Fall der Deutschland AG (2025).
Otto war kein Akademiker, sondern ein experimentierfreudiger Bastler. Die zündende Idee zur Funktionsweise des Verbrennungsmotors entdeckte Otto eigenen Schilderungen zufolge bei einem Spaziergang durch die Vorstädte Kölns an einem „grauen Februartag 1876“, wie Richter ausführt. Otto sah, „wie sich der schwarze Rauch, aus dem Schornstein hervorquellend, in einer gleichsam rotierenden Bewegung mit der umliegenden Luft mischt und erblassend darin verschwimmt“. Daraus ließe sich ableiten, notierte Otto: „Zerstreue ein Explosionsgemisch in vorher angesaugter oder im Zylinder belassener Luft, dann wird sich ein Gemisch bilden, wie dir der Rauch heute zeigt. An der Ausströmstelle des Schornsteins dicht und von da ab entfernt mehr und mehr verdünnt.“