Konrad Duden (1829-1911) sorgte gegen den Widerstand Bismarcks und auch abweichend vom Gedankengut der Gebrüder Grimm für eine Vereinheitlichung der deutschen Sprache. Zugleich war er als Direktor mehrerer Gymnasien ein wichtiger Modernisierer des Schulsystems. Duden, übrigens Burschenschafter, erkannte die Notwendigkeit einer einheitlichen deutschen Rechtschreibung in der dialektreichen Region von Schleiz in Ostthüringen. Für seine Wörtersammlung ließ er sich dabei wesentlich von seinen Schülern inspirieren. Zudem sorgte er für die Eindeutschung vieler Fremdwörter. Zum Beispiel wurde aus der „Casse“ die „Kasse“. Angesichts seiner späteren Popularität mag es überraschen, welche Bildungsreformen Duden über die einheitliche Rechtschreibung hinaus anregte. So stärkte er vor allem den naturwissenschaftlichen Unterricht, obwohl er Anhänger der klassischen, humanistischen Bildung war. Ebenso suchte er nach einem Mittelweg zwischen Freiheit und Disziplin und folgte dem Motto „Nicht für die Schule, sondern das Leben lernen wir.“. Zu seinen Vorbildern zählte Pestalozzi, auf den sich auch der deutsche Nationalerzieher Johann Gottlieb Fichte berief.