Richard Wagner (1813-1883) sorgte für eine „revolutionäre Befreiung“ der Musik und er schaffte das, „wovon bereits Schiller und die Romantiker geträumt hatten: eine Kunst zu schaffen, die den ganzen Menschen erfasste“, so Thea Dorn in Die deutsche Seele (2011). Diese Musik habe sich vom „System der Tonarten, das sich im Abendland herausgebildet hatte und dem sich alle bisherigen Komponisten unterworfen hatten“, gelöst und emanzipierte sich „in Richtung einer freieren Tonalität“. Dorn beschreibt Wagners Musik als eigentümlich schwebend, rastlos drängend und ewig sehnend.

Mit dem Bau des Festspielhauses in Bayreuth erfüllte sich schließlich Wagners Traum zur Verwirklichung seines Gesamtkunstwerkes. 1876 wurde dort erstmals der Opernzyklus Der Ring des Nibelungen aufgeführt. Die Bayreuther Festspiele gibt es bis heute.