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Kaum ein Ort verkörpert derart die deutsche Seele wie der Wald. Hier spielen zahlreiche Märchen der Gebrüder Grimm, hier ließen sich zahlreiche Maler, insbesondere der Romantik, inspirieren und auch Ernst Jüngers berühmter Essay Der Waldgang hat den Wald zum Gegenstand.

Dabei ist der Wald in der deutschen Kultur nicht nur ein Ort verklärter Romantik – er verkörpert einen Ort der Einsamkeit und des Ungeheuren wie auch der Freiheit und anarchischer Ungezähmtheit. Auch deshalb ist er schützenswert.

Umso größer muss die Empörung sein, wenn Wälder beispielsweise dem Bau von Windrädern weichen müssen. Für bundesweite Empörung sorgte beispielsweise die geplante Errichtung von Windrädern im Reinhardswald, der einst die Gebrüder Grimm zu ihren Märchen inspiriert haben soll. Auch andernorts müssen alte Bäume für die erneuerbare Abhängigkeit namens Energiewende fallen. Vorangetrieben wurde die Errichtung von Windrädern in Wäldern 2023 u.a. vom grünen Wirtschaftsministerium. Die grünen Wald-Vernichter legen damit die Axt an wichtige Orte deutscher Kultur!

Wald als Ort des Lebens

Die Schriftsteller Richard Wagner und Thea Dorn schreiben in ihrem lesenswerten Buch Die deutsche Seele (München 2023, S. 479f) zur „Waldeinsamkeit“: „Im deutschen Wald darf das Obskure seine phantastischen Blüten treiben. Kein Wunder, dass er den Angehörigen von Völkern, die sich früher und rückhaltloser als die Deutschen zu Fußbodenheizung, manierlichen Umgangsformen und bürgerlichem Recht, kurz: zur Zivilisation, bekannt haben, nie recht geheuer war. (…) Doch plötzlich bricht die Sonne durchs Blätterdach, die düstren Stämme schimmern silbrig, der moosige Boden leuchtet im zartesten Grün, und in dem Astloch, das dich eben noch so finster angestarrt hat, entdeckst du einen emsigen Käfer bei der Arbeit.“