Die Sehnsucht nach der guten, alten DDR wird als Ostalgie bezeichnet. Die Sehnsucht nach der guten, alten West-BRD und der unipolaren Weltordnung mit einem Weltpolizisten namens USA läßt sich analog dazu als Westalgie bezeichnen. Die NZZ führte dazu aus:

„Die Westalgie weist mehrere Schlüsselmerkmale auf. Zunächst ist da die Weigerung, zu akzeptieren, dass sich die Welt weiterentwickelt hat. Indem man so tut, als seien die Sicherheitsgarantien der USA heute genauso unumstösslich wie unter den Regierungen von Ronald Reagan und George H. W. Bush, und indem man weiterhin amerikanische Waffen kauft, hofft man, das Rad der Zeit zurückzudrehen. Eine bessere Strategie wäre es jedoch, einzusehen, dass sich die Vereinigten Staaten grundlegend verändert haben. Selbst wenn im Januar 2029 ein Demokrat ins Weisse Haus einziehen sollte, wird sich der Rückzug Amerikas fortsetzen.

Wer die Zeit zurückdrehen will, betrachtet die Vergangenheit naturgemäss durch eine rosarote Brille, auch wenn bestimmte Elemente der Ordnung nach dem Kalten Krieg für Europa suboptimal waren. Insbesondere Europas extreme Abhängigkeit von amerikanischer Macht hatte eindeutig infantilisierende Wirkung.“

Siehe auch: den Schlüsselbegriff „Globaler Westen“.