Edwin Schneider wurde in die Kategorie „Gegner“ aufgenommen. Er hat einen Auftritt des Kabarettisten Uwe Steimle in Görlitz am 10. September 2026 nach vorheriger Zusage „gecancelt“. Als Begründung gibt der Gastronom gegenüber der Sächsischen Zeitung an:
„Als privates Veranstaltungshaus finden wir uns wieder in einer Situation, in der wir polarisierende Meinungen und Einstellungen zu Künstlern und Auftritten verantworten sollen, was wir nicht möchten.“
Freilich gilt das nur für oppositionelle und kritische Stimmen. Sich vom sächsischen CDU-Ministerpräsidenten Michael Kretschmer vereinnahmen zu lassen, das ist anscheinend in Ordnung. Aber Steimle? Dem unterstellt Schneider eine „Überspitzung politischer Themen“, obwohl genau das die Aufgabe von Kabarett ist. Diese „Überspitzung“ nun wiederum sei nicht vereinbar mit einer „liberalen Grundeinstellung“, erklärt die SZ unter Bezugnahme auf Schneider.
Schließlich drückt die Zeitung dem ganzen auch ihren eigenen Stempel auf:
„Der sächsische Kabarettist Uwe Steimle hatte in den vergangenen Jahren häufiger die Nähe von Rechtspopulisten und Verschwörungstheoretikern gesucht. Bei einer AfD-Wahlkampfveranstaltung in Sachsen-Anhalt hatte er jüngst im Beisein des AfD-Bundesvorsitzenden Tino Chrupalla Gewaltfantasien gegenüber CDU-Bundeskanzler Friedrich Merz und Altkanzlerin Angela Merkel geäußert. Die Staatsanwaltschaft Dessau-Roßlau ermittelt dazu wegen des Verdachts der Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten.
Steimle ist aktuell unter dem Motto „Nu! – Keen Getue, Keen Gemache“ auf Tour. Viele Termine sind ausverkauft. Dennoch kam in einigen Orten Widerstand auf.“
Im Gegensatz zu Schneider gibt es zum Glück noch genug Gastronomen, die sich von der Öffentlichkeit und der Regionalpresse nicht einschüchtern lassen. Für Schneider selbst gilt: Bei ihm besteht der Verdacht, daß er an der „Cancel Culture“ mitwirkt. „Cancel Culture“ ist Zensur und Zensur ist mit dem Grundgesetz nicht vereinbar.