Florian Geyer (1490-1525), selbst ein Adliger, war der wichtigste Anführer und die Galionsfigur des Bauernaufstandes von 1524/25. Auf eigene Kosten rüstete er den „Schwarzen Haufen“ der Bauern aus und vermittelte militärische Kenntnisse. Zugleich trat Geyer als Verhandlungsführer gegenüber den Adligen auf. Sein Ziel war eine Reichsreform auf Grundlage der von Martin Luther angestoßenen Reformation. Geyer wurde zunächst von links vereinnahmt. So schrieb Friedrich Engels: „Es gab eine Zeit, wo Deutschland Charaktere hervorbrachte, wo das deutsche Volk eine Ausdauer und Energie entwickelte, die bei einer zentralisierten Nation die großartigsten Resultate erzeugt hätten, wo deutsche Bauern und Plebejer mit Ideen und Plänen schwanger gingen, vor denen ihre Nachkommen oft genug zurückschaudern. Es ist an der Zeit, gegenüber der augenblicklichen Erschlaffung die ungefügen, aber kräftigen und zähen Gestalten des großen Bauernkrieges dem deutschen Volke wieder vorzuführen.“
Der patriotische Subtext motivierte unter anderem die Jugendbewegung, den „Schwarzen Haufen“ und Florian Geyer zu nationalen Helden zu stilisieren. Bekannt ist so noch heute das Lied „Wir sind des Geyers Schwarzer Haufen“. Darüber hinaus setzten der Literaturnobelpreisträger Gerhart Hauptmann und der Maler Lovis Corinth Geyer ein Denkmal. Auf Werner Tübkes Bauernkriegspanorama fehlt Geyer hingegen überraschenderweise.