Georg Friedrich Händel (1685-1759) zählt zu den bedeutendsten Komponisten der Geschichte und gilt als Erfinder des Orgelkonzerts. Wie es zur „Weltgeltung der deutschen Musik“ kam, versuchte Paul Bekker 1920 zu beantworten. Seine Meinung war: „Alle großen deutschen Musiker, Bach, Händel, Gluck, Hadyn, Mozart, Beethoven, zum Teil auch Wagner, sind Zusammenfasser gewesen, der deutsche Geist hat sein Höchstes stets da geleistet, wo er sich nicht auf heimatliche Enge beschränkt, sondern vorurteilsfrei in die Weite gegriffen, auf fremden Anregungen weitergebaut hat.“ Auf Händel mit seinen Stationen in Italien und London trifft das besonders zu. Richard Wagner sah das ähnlich wie Bekker: „Die universelle Richtung, deren der deutsche Genius fähig ist, machte es dem deutschen Künstler leicht, sich selbst auf fremdem Terrain einheimisch zu machen. Wir sehen, wie die Deutschen sich schnell in Das, was National-Eigenthümlichkeit bei ihren Nachbarn zur Geburt brachte, hineinfühlen, und sich dadurch von Neuem einen festen Standpunkt verschaffen, von dem aus sie dann den ihnen innewohnenden Genius weit über die Gränzen (sic!) der beschränkten Nationalität hinaus die schöpferischen Schwingen ausbreiten lassen.“